Geschichte

Als im Jahre 1890 in Amerika dem Engländer James Gibbs die Entdeckung des Cellu­loidballes gelang, kam der Durchbruch des Tischtennis-Sports. Zusammen mit dem Holzschläger ergab sich der Ping-Pong-Klang, daher auch lange Zeit der zweite Name dieses Sports. Beide Materialien - Holz und Celluloid - sind auch heute noch Basisstoffe des Tischtennissports. Geschichtlich wurde Tischtennis schon früh erwähnt. Von England kommend breitete sich das neue Spiel Anfang des 20. Jahrhunderts immer mehr auf dem europäischen Kontinent aus. Vornehmlich wurde „Ping-Pong" in Cafehäusern von gut situierten Damen und Herren im Abendkleid und Frack den staunenden Gästen, als Unterhaltung, dargeboten. Immer mehr Interessenten fanden Zulauf zu diesem neuen Spiel, so dass Gründung von Vereinen und Verbänden nicht ausblieben. 1925 wurde der Deutsche Tischtennisbund ins Leben gerufen, dem sich einige Vereine in verschiedenen Städten Deutschlands anschlossen.


Der Anfang in Neckarsulm

So geschehen auch im Jahre 1930, als sich ein Nest voll junger Sportler anschickte, die sich ausbreitende neue, moderne Sportart Tischtennis in Neckarsulm populär zu machen. Karl Angstenberger, Walter Schürle, Willi Emerich, Alfred Donant, Hans und Erich Waibel und Max Rummel, "die Sieben Schwaben", hoben den neuen TTC Blau-Schwarz Neckarsulm aus der Taufe. Das Spiel- und Trainingslokal war die "Hölle" im Gasthof Prinz Carl, ein kleines enges Nebenzimmer. Später stießen noch Maria Angstenberger, unsere erste württembergische Einzelmeisterin, Dr. Hans Kohler und Otto Keitel dazu.

 

1930-1945

Erster Abteilungsleiter des neu gegründeten Blau-Schwarz Neckarsulm war Karl Angstenberger — übrigens zusammen mit PSV Stuttgart, Stuttgarter Kickers und des TTC 1930 Heilbronn waren sie der oder die ersten Vereine, die in Württemberg den Tischtennissport begründeten. Die Kleidung war nun nicht mehr so pompös wie in den Zwanziger Jahren, man trug bereits Turnschuhe und trainierte regelmäßig das Schmettern. So blieben auch die Erfolge nicht aus.

1934 im Februar wurden die ersten Württembergischen Meisterschaften in Stuttgart­Botnang ausgetragen und brachten für die Neckarsulmerin Maria Emerich­Angstenberger den 1. großen Erfolg, die württembergische Meisterschaft im Damen Einzel.

1935 gewannen die Geschwister Maria und Willi Emerich die württembergische Meis­terschaft im Gemischten Doppel in der Dammschule in Heilbronn.

1938 konnte sich der 1. Neckarsulmer Jugendliche Willi Veit mit dem Gewinn der Würt­tembergischen Meisterschaft im Jungen-Doppel, zusammen mit dem Heilbronner Hans Weilbacher, in die Annalen des Württembergischen Verbandes eintragen. Austragungsort war der Löwensaal in Neckarsulm.

Ab 1935 übernahm Willi Emerich die Abteilung von Karl Angstenberger, selbst noch einer der Besten, wurde er 1937 als 4. der württembergischen Jahresrangliste aufgeführt. Mit dem Kriegsbeginn kam für Willi Emerich eine schwierige Zeit. Nicht nur, daß er seine rechte Hand im Krieg verlor, auch war es durch den Einzug seiner Sportkameraden zum Militär kaum mehr möglich, einen geregelten Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. 1944 kam dann dieser ganz zum Erliegen.

 

1946-1960

Die zweiten 15 Jahre waren geprägt vom Aufbau. Willi Emerich – unser späterer Ehrenvorsitzender – brachte die Abteilung mit den vom Kriege heimgekehrten Tischtenniskameraden wieder in Schwung und gab die entscheidenden Impulse. Dazu kam, daß der Verein Blau-Schwarz - durch den Zusammenschluß aus mehreren Vereinen – 1946 in die Sportvereinigung Neckarsulm integriert wurde.

 

Es begann ein erfolgreicher Neubeginn

In dieser Zeit wurde nicht nur sehr viel Tischtennis gespielt, sondern es wurden auch viele Feste gefeiert, meistens verbunden mit sportlichen Begegnungen. Dies schweißte die Tischtennis-Familie immer mehr zusammen, so daß die sportlichen Erfolge nicht aus­blieben. Neben den Damen Irmgard Süpple, Gerdi Kaltenbach, Elsbeth Waizmann, Ruth Schieber, Hilde Chardon, Anita Nusser, Edith Klenk und Elfriede Krämer, die bereits in der höchsten württembergischen Liga spielten, stiegen die Herren 1950 ebenfalls in die Württembergische Oberliga auf.

Von 1951 – 1960 lenkte Willi Veit die Abteilungsgeschicke. Unter seiner Ära, die mit dem Einzug in die Urbanturnhalle begann, gab es den erfolgreichsten Tischtennissport in Neckarsulm, allen voran unsere 1. Herrenmannschaft, die in dieser Zeit 6 Württembergi­sche Mannschaftsmeisterschaften, 4 Württembergische Pokalmeisterschaften, 1 Süddeutsche Mannschaftsmeisterschaft sowie einen 4. Platz (ungeschlagen) bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften für die SV Neckarsulm erreichten. Hauptleistungsträger waren die Württembergischen Jugend-Einzelmeister von 1950. Gerhard Werz, und 1951, Heinz Harst, die nach ihrer Jugendzeit die alte Württembergi­sche Garde ablösten. Zusammen erreichten sie 7 Württembergische Meisterschaften im Herren-Doppel und waren 2 x Bronzemedaillengewinner bei den Deutschen Meisterschaften. Heinz Harst gelang darüber hinaus 1959 nicht nur die württembergische Einzelmeisterschaft, sondern auch noch die Vizemeisterschaft im Herren-Einzel bei den Deutschen Meisterschaften in Donaueschingen.

 

1960-1975 Stagnation und steiler Aufstieg über Jugend zum Erfolg

1960 Ernst Kreis, der die Geschicke der Abteilung lenkte, die er von Willi Veit über­nahm, musste eine Krisenzeit bewältigen. Durch den Weggang von Heinz Harst nach Stuttgart hervorgerufen, musste eine schwierige Talsohle, mit Hilfe der ver­bliebenen Abteilungs-Mitglieder überwunden werden – und sie wurde gemeistert.

Als dann 1965 Heinz Harst zusammen mit seiner Frau Inge wieder nach Neckarsulm kam, und Erich Stumme 1966 Abteilungsleiter wurde – ein hervorra­gender Förderer nicht nur der oberen, sondern auch der unteren Mannschaften –vergrößerte sich die Abteilung nach und nach.
1970: Mit der 1. Tischtennis-Fördergruppe Württembergs wurde die schon zielstrebig begonnene Jugendarbeit noch mehr forciert, die in dem 1. Stützpunkt des Verbandes 1972 eine Fortsetzung fand. Leider musste unsere Abteilung im Jahre 1971 mit dem Unfalltod von Erich Stumme einen weiteren Schicksalsschlag hin. nehmen. Nun nahm der langjährige Stellvertreter Gerhard Werz das Abteilungsruder in die Hand und lenkt das Abteilungsschiff über 30 Jahre bis zum heutiger Tage.

 

1975-1990 Jugenderfolge auf allen Ebenen

Es würde viele Seiten in Anspruch nehmen, wenn die Erfolge der Jugend und der Akti­ven im Einzel- und Mannschaftssport in dieser Zeitspanne alle textlich erwähnt würden. herausragend, die Jungen- und Mädchenerfolge mit vielen Württembergischen und Süddeutschen Mannschaftsmeisterschaften, sowie die Süddeutsche Einzelmeisterschaft von Klaus Werz 1982 in Buchen und die Württembergische Einzelmeisterschaft von Susanne Harst-Gumbrecht 1990 in Nagold. Der Aufstieg der 1. Damenmannschaft im Jahre 1980 in die 11. Bundesliga und der Herren in die Süddeutsche Oberliga waren die Folge einer hervorragenden Arbeit und Entwicklung in unserer Abteilung.

 

1991-2005 


Die letzte der 5 Epochen der 75-jährigen Neckarsulmer Tischtennis-Geschichte war von einem ordentlichen Schub der Mannschaften, vor allem aber der Mitgliederzahlen geprägt. 1991 mit 21 Mannschaften und 135 Mitgliedern, vergrößerte sich die Abteilung auf 25 Mannschaften und 284 Mitgliedern. Nach wie vor seit den 80-er Jahren sind wir die größte Tischtennis-Abteilung in Baden-Württemberg.

In diese letzte Zeit fallen die größten Erfolge unserer Jugendlichen - vom Bezirk ange­fangen - bis zu den nationalen und internationalen Meisterschaften. Während unsere Abteilung im Bezirk jahrelang mit den größten Teilnehmerzahlen aufwartete, die Titel und Plätze nur so sammelte und die 1. Geige spielte, haben sich unsere Spitzen-Jugendlichen - sowohl bei den Mädchen als auch bei den Jungen - auf Landes- und nationaler Ebene bis hin zu den "Euros" erfolgreich durchgesetzt. Erwähnt seien hier im Besonderen die Deutschen Meisterschaften von Sandra Stroezel 1992 im Mädchen‑

und Mixed-Doppel, von Daniel Horlacher 1994 und 1997 im Junioren-Mixed, von Gabriel Stephan 1999 im Jungen-Doppel sowie von Fulya Özler 2002 im Schülerinnen-Doppel. Als Krönung kam für sie die Bronzemedaille im Schülerinnen-Einzel bei den Europameisterschaften in Moskau hinzu. Als Lohn gab es eine Reise nach China zum Schüler-Erdteilkampf Asien - Europa.

Im Jahr 1993 gelang unserer 1. Damen- als auch unserer 1. Herrenmannschaft mit dem gleichzeitigen Gewinn des Württembergischen Pokals das seltene Kunststück eines württembergischen Vereins. Darüber hinaus holten die Herren noch den Süddeutschen Pokal und stiegen als Regionalligameister in die 11. Bundesliga auf. Unsere Herrenmannschaft beteiligte sich – mit wechselndem Erfolg – in diesem und den nächsten Jahren am Intercup. Dabei waren sie von der Atlantikküste bis Polen, Tschechien, Ungarn und Österreich unterwegs.

In diese Zeit fällt die Eröffnung der Ballei – Schmuckstück der Stadt Neckarsulm - eine ideale Veranstaltungsstätte die von unserer Abteilung nicht nur zum Training, sondern vor allen Dingen für den gesamten Punktspielbetrieb, für größere sportliche Veranstaltungen sowie Festlichkeiten in Anspruch genommen wird. Es gibt wenige Austragungsstätten in Deutschland für Tischtennis-Veranstaltungen, die so prädestiniert sind, wie die Ballei. Erwähnt seien nur die beiden Tischtennis-Bundesranglisten-Turniere und die Jubiläumsveranstaltungen zum 50. und 60. Geburtstag der Tischtennis-Abteilung. Auf den Seiten 43 - 45 wird noch näher auf diese besonderen Ereignisse eingegangen.

Im Jahr 1999 gab es für unsere Abteilung ein Festival bei den Baden-Württembergischen Einzelmeisterschaften der Aktiven in Dietlingen. Hier belegten Daniel Horlacher, Gabriel Stephan und Marc Friebe im Herren-Einzel die Plätze 1, 2 und 3, dazu gelang Daniel Horlacher/Gabriel Stephan Platz 1 im Herren-Doppel sowie Eva Zschau/Marc Friebe Platz 1 im Mixed-Doppel und Sandra Stroezel/Daniel Horlacher die Vizemeisterschaft.

Viele Auszeichnungen für Sportler unserer Abteilung blieben deshalb nicht aus. Den Fairness-Pokal anlässlich der Württembergischen Meisterschaften erhielten 1992 Klaus Werz und 1993 Susanne Harst, die Schiedsrichterentscheidungen zu ihren Ungunsten korrigierten. Desweiteren wurden 1991 Susanne Harst und Klaus Werz, 2002 Fulya Özler und 2003 Daniel Horlacher als Neckarsulmer Sportler des Jahres gewählt.